Heute, am 13.5.2013, starten verschiedene Webseiten eine Kampagne gegen Ad-Blocker, darunter z.B. spiegel.de und zeit.de. Die entsprechenden Seiten präsentieren sich bei einem Aufruf mit einem großen Text über der eigentlichen Seite:


Gerade die ZEIT ist ein wunderbares Beispiel für die Absurdität dieser Bitte: Seit Jahren möchte ich die ZEIT für ihre wirklich sehr gute Website bezahlen. Es geht nur nicht. Es gibt nämlich nur die Möglichkeit, die gedruckte ZEIT als Abonnement zu kaufen. Gedruckte Zeitungen funktionieren für mich aber nicht und die Tablet-ZEIT ist nicht mit der ZEIT-Website verbunden, z.B. für Kommentare. ZEIT und ZEIT Online sind außerdem auch unterschiedliche Redaktionen. Und um komplett zu verwirren: Sämtliche Inhalte der gedruckten ZEIT erscheinen nach einigen Tagen online. Teils mit anderen Überschriften. Und es gibt ein Archiv, in dem die ZEIT-Ausgaben der letzten 50 Jahre einsehbar sind. Dafür würde ich gerne bezahlen. Es geht nur nicht. Die ZEIT möchte mein Geld nicht und ich möchte kein Print-Abo, sondern zeit.de bezahlt benutzen.
Einfacher Deal: Ich zahle, dafür kann ich eure Website ohne Werbung benutzen.
Nur: Das wird nicht angeboten.
Möchte ich die Website verwenden, so bin ich gezwungen, Werbung zu ertragen. Das biete allerdings ich nicht an. Werbung verhindert, dass ich den Inhalt ohne Störung lesen kann. Sie lenkt ab. Sie ist im Weg. Damit kostet sie mich Lebenszeit.
Einfache Lösung: Ich zahle, dafür kann ich eure Website ohne Werbung benutzen.
Ich lehne es ab, Produkte zu kaufen, deren Unternehmen bei euch Werbung schalten, die mir angezeigt wird, woraufhin die Unternehmen dann wiederum euch bezahlen. Nehmt mein Geld direkt, ohne diesen Mittelsmann.
Übrigens: Ich habe nicht darum gebeten, dass ihr mir die Inhalte vermeintlich kostenlos zur Verfügung stellt. Das war eure Entscheidung. Ihr möchtet mein Geld nicht. Lebt damit. Macht eine Paywall. Lasst mich bezahlen. Ich mache das gerne. Aber pöbelt mich nicht an, weil euch keine besseren Lösungen einfallen.
Nachtrag: Im Zuge dieser “Werbeaktion” habe ich die ZEIT für den Kindle abonniert. Ich zahle also dafür. Wofür auch immer. Die Website präsentiert sich noch immer entweder mit zappelnder Flash-Werbung und wechselnden Hintergrundfarben oder mit dem Adblocker-Hinweis. Daraufhin schrieb ich folgende Mail an die ZEIT:
Hallo,
ich bin Abonnent der ZEIT und erhalte momentan auf zeit.de eine Meldung, die mich um die Deaktivierung des Ad-Blockers/Flash-Blockers bittet. Ich abonniere die ZEIT, da es keine Möglichkeit gibt, für die Website direkt zu bezahlen und es nur Abonnements für die gedruckte Zeit und die verschiedenen elektronischen ZEIT-Ausgaben gibt. Ich lese die abonnierte ZEIT folglich nicht.
Bitte teilen Sie mir mit, ob es irgendeine Querfinanzierung von zeit.de durch eines der angebotenen ZEIT-Abonnements gibt.
Falls ja: Weshalb wird mir als Abonnenten weiterhin Werbung angezeigt?
Falls nein: Weshalb kann ich nicht direkt für zeit.de bezahlen?
In beiden Fällen: Anhand der Einnahmen über Werbebanner bzw. bei einer Querfinanzierung durch Abonnement-Einnahmen bzw. Einzelverkäufe sollte Ihnen der Betrag bekannt sein, den ein regelmäßiger Besucher von zeit.de “erwirtschaften” muss, um zeit.de zu finanzieren. Bitte bieten Sie eine Möglichkeit an, diesen Betrag direkt zu bezahlen, damit ich die Website ohne Werbung nutzen kann und nicht gezwungen bin, ein Abonnement zu führen, welches ich nicht lese, da alle Artikel der gedruckten ZEIT auch auf zeit.de mit mehr Funktionen als in der gedruckten oder Tablet-ZEIT erscheinen.
Freundliche Grüße
Als Antwort erhielt ich bislang einen Abwesenheitshinweis. Eine sinnvolle Antwort erwarte ich allerdings nicht, denn bei den meisten Zeitungen und Zeitschriften ist der Leser nicht der Kunde, sondern die Werbeindustrie.